Einverständniserklärung fürs Tattoo: Inhalt, Gesundheitsfragen und digital statt Papier

Was in eine Einverständniserklärung fürs Tattoo gehört, wie du Gesundheitsdaten richtig behandelst, was bei unter 18-Jährigen gilt und wie die Einwilligung digital am Tablet oder Handy funktioniert.

Stand: 25.10.2026 · von Tattookalender

Warum es die Einverständniserklärung braucht

Beim Tätowieren wird die Haut verletzt. Erlaubt ist das, weil die Kundin oder der Kunde vorher informiert eingewilligt hat. Die Einverständniserklärung hält genau das fest: Wer wurde worüber aufgeklärt, welche Angaben zur Gesundheit wurden gemacht, und wer hat wann zugestimmt. Kommt es später zu einer Entzündung, einer Allergie oder Streit über das Motiv, ist sie dein wichtigster Nachweis.

Was hineingehört: die Checkliste

  1. Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefonnummer oder E-Mail.
  2. Das Tattoo: Motiv, Körperstelle, Größe, Artist und Datum des Termins.
  3. Gesundheitsfragen: zum Beispiel Allergien, Blutverdünner und andere Medikamente, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hauterkrankungen an der Stelle, Schwangerschaft oder Stillzeit, Alkohol oder Drogen in den letzten 24 Stunden.
  4. Aufklärung: Risiken wie Entzündung, allergische Reaktion oder Narbenbildung, der Ablauf und die Pflege danach, mit Bestätigung „gelesen und verstanden“.
  5. Die Einwilligung selbst in das Tätowieren dieses Motivs an dieser Stelle.
  6. Datenschutz: Information, wofür die Daten genutzt werden, und die ausdrückliche Einwilligung in die Verarbeitung der Gesundheitsangaben.
  7. Freiwillige Extras, getrennt abgefragt: Fotos fürs Portfolio und Social Media, Kontakt per WhatsApp für Erinnerungen und Pflegetipps.
  8. Unterschrift mit Name und Datum.

Wichtig ist der letzte Punkt bei den Extras: Die Erlaubnis für Fotos oder WhatsApp darf keine Bedingung für das Tattoo sein. Frag sie deshalb getrennt ab, mit einem eigenen Ja oder Nein.

Gesundheitsfragen und Datenschutz

Gesundheitsangaben gehören zu den besonders geschützten Daten nach Art. 9 DSGVO. Für dein Studio heißt das: ausdrückliche Einwilligung einholen, nur so viel fragen, wie für das Tattoo nötig ist, und den Zugriff klein halten. Die Rezeption muss wissen, ob die Einwilligung vorliegt, aber nicht, welche Medikamente jemand nimmt.

Papierbögen in einem offenen Ordner hinter der Theke sind dabei das größte Risiko. Digital lässt sich besser steuern, wer was sieht, und jeder Zugriff kann protokolliert werden.

Alter und Ausweis

Viele Studios tätowieren nur Volljährige. Das Geburtsdatum gehört deshalb ins Formular, und beim Termin schaut jemand auf den Ausweis. Eine Kopie oder ein Foto vom Ausweis brauchst du dafür in der Regel nicht. Ein Vermerk „Ausweis geprüft“ mit Datum ist datensparsamer.

Papier oder digital?

PapierDigital
Ausfüllenim Studio, oft unter Zeitdruckvorab am Handy oder im Studio am Tablet
LesbarkeitHandschrift, LückenPflichtfelder, nichts wird vergessen
AblageOrdner, Suchen dauerthängt automatisch am Termin und an der Kundenkartei
Datenschutzjeder mit Zugang zum Ordner sieht allesGesundheitsangaben nur für berechtigte Personen
NachweisOriginal muss auffindbar seinPDF mit Zeitpunkt, unveränderbar nach der Unterschrift

Ein guter Ablauf im Studio

  1. Nach der Terminbestätigung bekommt die Kundin einen Link zur Einwilligung und füllt sie in Ruhe zu Hause aus.
  2. Fehlt die Einwilligung kurz vor dem Termin, geht automatisch eine Erinnerung raus.
  3. Wer ohne kommt, füllt sie im Studio am Tablet aus, in einer gesperrten Ansicht ohne Zugriff auf den Rest des Systems.
  4. Beim Check-in sieht das Team auf einen Blick: Einwilligung da, Ausweis geprüft, Anzahlung bezahlt.

So läuft es im Tattookalender: Die Einwilligung wird am Handy oder am Tablet ausgefüllt und mit dem Finger unterschrieben. Danach wird sie nicht mehr verändert. Gesundheitsangaben sehen nur Inhaber und Studioleitung, jeder Zugriff wird protokolliert, und die Vorlage passt du an dein Studio an. Wie Anzahlungen den Termin zusätzlich absichern, erklärt unser Partner im Ratgeber Tattoo-Anzahlung.

Häufige Fragen

Ist eine Einverständniserklärung beim Tattoo Pflicht?

Ein bestimmtes Formular schreibt das Gesetz nicht vor. Ein Tattoo ist aber ein Eingriff in den Körper, der nur mit wirksamer Einwilligung erlaubt ist. Damit du im Streitfall nachweisen kannst, dass aufgeklärt und eingewilligt wurde, ist eine schriftliche oder digital unterschriebene Erklärung in Studios üblich und dringend zu empfehlen.

Darf die Einverständniserklärung digital unterschrieben werden?

Ja. Weil keine bestimmte Form vorgeschrieben ist, taugt eine Unterschrift am Tablet oder Handy genauso als Nachweis wie Papier, wenn Zeitpunkt, Inhalt und Fassung des Formulars sauber gespeichert sind und das Dokument danach nicht mehr verändert werden kann.

Was gilt bei unter 18-Jährigen?

Viele Studios tätowieren grundsätzlich erst ab 18. Bei Minderjährigen reicht die eigene Unterschrift nicht sicher aus, und auch mit Zustimmung der Eltern bleibt ein Restrisiko. Wer trotzdem Jugendliche tätowiert, sollte das vorher rechtlich klären. Prüfe das Alter beim Termin anhand eines Ausweises.

Wie lange muss ich Einverständniserklärungen aufbewahren?

Eine feste gesetzliche Frist speziell für Tattoo-Einwilligungen gibt es nicht. Viele Studios orientieren sich an den Verjährungsfristen für mögliche Ansprüche. Leg eine Frist fest, nenne sie in deiner Datenschutzerklärung und lösche danach.

Brauche ich für die Gesundheitsfragen eine extra Einwilligung?

Ja. Angaben zu Allergien, Medikamenten oder Krankheiten sind Gesundheitsdaten und damit besonders geschützt (Art. 9 DSGVO). Du brauchst dafür eine ausdrückliche Einwilligung der Kundin oder des Kunden, und nur die Personen, die sie wirklich brauchen, sollten sie sehen.

Tattookalender ausprobieren?

Kalender je Artist, Online-Buchung mit Anzahlung, Einwilligung am Tablet und ein Postfach für WhatsApp und Instagram. Ab 89 € im Monat netto, 0 % Provision.

Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Prüfe Formulare und Fristen für dein Studio.

Mehr aus dem Ratgeber